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Kollegium Kalksburg

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Geschichte des Kollegs

In einem idyllischen Winkel des 23. Bezirkes gelegen, dessen Schönheit schon Hugo von Hofmannsthal und Stefan Zweig zu schätzen wussten, feierte das Kollegium Kalksburg 2006 sein 150-jähriges Bestehen. Ursprünglich als Jesuitenkolleg gegründet, ist es heute ein Ort fortschrittlicher Bildung.
 
Die Geschichte des Kollegium Kalksburg ist eng mit der Präsenz der Jesuiten in Österreich verbunden, deren Lehrtätigkeit in Wien bereits im 16. Jahrhundert begann. Die Gebiete der Herrschaft Mauer wurden 1609 von Gräfin Tribulz dem Jesuitenorden geschenkt. Die Jesuiten betrieben dort zunächst etwas Landwirtschaft und konnten Ruhe für wissenschaftliche Arbeit finden. Sie erbauten auch an der Stelle der heutigen Pfarrkirche in Kalksburg ein kleines Kirchlein inmitten von Weinbergen und weihten dieses dem "hl. Petrus in Ketten", welchen Titel die heutige Kalksburger Pfarrkirche immer noch trägt. Diese wurde 1683 von den heranstürmenden Türken niedergebrannt. 1686 wurde bereits mit dem Wiederaufbau von "Kalchsburg" begonnen.
Nach der Auflösung des Jesuitenordens im Jahre 1773 kaufte der Hof- und Kammerjuwelier Maria Theresias Franz Ritter von MACK den ehemaligen Besitz der Jesuiten in MAUER im Jahre 1790. Aus Dankbarkeit ließ er die heutige Pfarrkirche in Kalksburg errichten.
1856 erwarb die Gesellschaft Jesu wieder den Grundbesitz und bereits im Herbst desselben Jahres sollte der Schulbetrieb mit 68 Zöglingen begonnen werden. Das vorhandene einstöckige Gebäude (ein Teil des heutigen Patrestraktes) war natürlich für die geplante Erziehungs- und Unterrichtsanstalt zu klein. Deshalb kam es in den folgenden Jahren immer wieder zu Neubauten und Vergrößerungen, bis schließlich im Jahre 1897 das Kolleg in seiner heutigen Form fertiggestellt war und nun mit ungefähr 400 Zöglingen ein vollständiges Gymnasium aufnehmen konnte. 1972 wurde nur noch der neue Turnsaal hinzugefügt.
Die Gründung und Eröffnung des Kollegiums Kalksburg hatten für Österreich große Bedeutung. Es sollte der Geist des klassischen Österreich, echtes Christentum und europäische Kultur in den jungen Menschen der damals maßgeblichen Familien zur Entfaltung gebracht und das für ein verantwortungsvolles Wirken in der Gesellschaft notwendige Wissen vermittelt werden. Die Zöglinge kamen bis zum Ersten Weltkrieg aus allen Teilen der großen Donaumonarchie, so dass Schüler mit den verschiedensten Muttersprachen hier zu einer gemeinsamen österreichischen Identität fanden und auch Gelegenheit hatten, Bekanntschaft mit Zöglingen aus dem fremdsprachigen Ausland zu machen.
Das Kollegium hatte aber auch eine wichtige soziale Aufgabe im Staat. War es doch hier, möglich Söhne aus Adel und Bürgertum, Kinder der Großstadt und aus dem ländlichen Raum gemeinsam zu erziehen.
Am 2. November 1898 erhielt die Schule das Öffentlichkeitsrecht, das heißt, das Recht, staatlich anerkannte Reifeprüfungen abzuhalten, was in der Folge zu einer ständigen Vergrößerung der Schülerzahl führte.
Im September 1938 wurde die Schließung der Anstalt durch die nationalsozialistischen Behörden angeordnet. Aber bereits im Schuljahr 1947/48 wurde die Erziehungsarbeit wieder aufgenommen.
Lagen bis 1969 Leitung und Unterricht in den Händen der Jesuiten, so wurden seit damals diese Aufgaben immer mehr weltlichen Lehrkräften übertragen.
Heute ist das Gymnasium des Kollegiums Kalksburg eine Schule in der Trägerschaft der "Vereinigung von Ordensschulen" mit über 450 Schülerinnen und Schülern in 21 Klassen AHS. Neben dem Schulbesuch ist auch die Betreuung der Kinder am Nachmittag in einem Tagesinternat mit einem großen Freizeitangebot möglich.
Seit 1994 wird auch eine Volksschule geführt, die inzwischen in 8 Klassen über 200 Schülerinnen und Schülern Platz bietet.
 
Wer mit jungen Menschen arbeitet, nimmt Einfluss auf die Zukunft. Dieser Gedanke stand schon am Anfang der Lehrtätigkeit in Kalksburg und hat auch heute noch seine Gültigkeit. So wie der hl. Ignatius schon eine Schule schaffen wollte, die ihre Aufgaben über die Grenzen der Länder hinweg erfüllt, versucht auch heute das Kollegium Kalksburg im Spannungsfeld zwischen Tradition und Fortschritt jungen Menschen jene Ausbildung zu vermitteln, die sie befähigen soll, in einem größeren Europa erfolgreich zu bestehen.
Fremdsprachen, moderne Kommunikation und ein hohes Maß an Fachwissen stehen dabei im Mittelpunkt. Dabei sollen aber auch nicht jene Werte vergessen werden, die das Wesen einer katholischen Privatschule ausmachen: gelebtes Christentum und soziale Verantwortung mit Verständnis für Schwächere.
Es zeigt sich sehr deutlich, wenn man Absolventen dieser Schule immer wieder in wichtigen Bereichen von Staat, Kultur und Wirtschaft antrifft, wie gefragt gerade heute eine solche Erziehung ist, die allgemein als humanistische Bildung bezeichnet wird.

Chronologie:

17. Jänner 1856: Unterzeichnung des Kaufvertrages durch P.Provinzial Athanas Bosizio und August Godeffroy. Das Kaiserhaus stellte sich mit großzügigen Spenden ein. Das Dogma der Unbefleckten Empfängnis Mariä wird verkündigt.
3. Oktober 1856: Einweihung der Anstalt durch Kardinal Rauscher, 68 Zöglinge ziehen ins Haus (bestehend aus dem unteren Teil des Patrestraktes) ein. Das Haus ist der Immaculata Virgo Maria gewidmet.
1857: Erweiterung durch den heutigen Pfortenteil und einem spiegelbildlichen Teil zum Patrestrakt (heute ASA und Bibliothek)
1858/59: Der dreistöckige Konviktsbau (heute Gymnasium) wird ausgeführt.
1875: Großbrand, ausgehend vom Bereich der ehemaligen Werkstätten.
1886: Die erste "Kalksburger Korrespondenz" erscheint.
1891: Verleihung des Öffentlichkeitsrechtes für die ersten drei Klassen
1895/97: Errichtung der großen Konvikts- und der Kongregationskapelle, Aufstockung des Patres- und des gegenüberliegenden Traktes, Bau des Musikhauses mit Turnsaal vor dem Konviktsgebäude.
1897: Öffentlichkeitsrecht für alle Klassen sowie das Recht, Reifeprüfungen abzuhalten.
1906 Am 30. September um 16 Uhr wird die Statue der Immaculata Virgo Maria in einem feierlichen Festakt aufgestellt.
1930: Der Paradematurajahrgang mit Guido del Mestri (apostolischer Nuntius und Kardinal), Dr. Hermann Withalm (Vizekanzler) und Dr. Theo Piffl-Percevic (Unterrichtsminister)
1938: Schließung der Anstalt während der Sommermonate.
24. März 1947: Die Besatzungstruppen räumen das Haus.
29. September 1947: Die ersten Nachkriegskalksburger (48 Erst- und Zweitklassler) ziehen ein.
1948: Russische Soldaten besetzen das Haus (bis 1951).
Juli 1954: Die erste Nachkriegsmatura wird abgenommen.
1956: Glanzvolle 100 Jahr-Feier. Das Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariä (8. Dezember) wird zum offiziellen Feiertag in Österreich erklärt.
1964: Die ersten Halbinternen rücken ein; das Jahr mit der geringsten Schüleranzahl (241) nach dem Krieg.
1968: P. General Pedro Arrupe SJ besucht Kalksburg. Wesentliche Veränderungen werden unter dem Rektor P. Rudolf Reichlin-Meldegg SJ (selbst Altkalksburger) in Angriff genommen. Das Jesuiten-Kolleg "Stella Matutina" in Feldkirch wird geschlossen.
1969: Mit Dr. Erich Schmutz übernimmt erstmals ein Laie das Amt des Gymnasialdirektors, das bislang von Jesuiten ausgeübt wurde.
1970: Bewilligung des Schulversuches am Gymnasium Kalksburg (Sprachlabor, Schreibmaschinensaal, EDV-Anlage und Galerie Kalksburg sind die sichtbaren Zeichen der schulischen Erneuerung)
1972: Errichtung des neuen Turnsaals. Nach 75 Jahren erfolgt erstmals eine bauliche Erweiterung des Hauses.
1978: Das Tagesinternat wird eingeführt. Umfangreiche Umbauten (nicht zuletzt durch ein Legat des AK Dr. Max Kühtreiber)
1983: Koedukation in Kalksburg: die ersten Kalksburgerinnen
1990: Das Internat wird aufgelassen.
1993: Aus personellen Gründen streben die Jesuiten die Bildung des Vereines der Ordensschulen Österreich an. Das Kollegium wird die erste Schule, die von diesem Trägerverein geführt wird.
1993: Am Kolleg wird eine Volksschule eingerichtet und beginnt mit zwei ersten Schulklassen das Schuljahr 1993/94.
1994: Mag. Walter Schauer übernimmt als neuer Direktor die Leitung des Gymnasiums.
1996: Einführung der "Berufspraktischen Woche"
1999:

Gestaltung der Parkanlage Willergasse, Errichtung der Skulptur "Lebende Liesing"
News-Schulranking: 1. Platz
Ausbau des 4. Stock zum Zentrum für Werken und Bildnerische Erziehung

2000: Science-Week-Preisträger, Ausstellung "Lebende Liesing" in der Volkshalle des Wiener Rathauses
2001: Eröffnung des neuen Bibliothekstrakts mit angeschlossenem EDV-Saal und Schülerbuffet
2002: Renovierung der Fassade des Osttrakts
2003: Eröffnung der neuen Turnhallen
2004: Mag. Michael Dobes übernimmt als neuer Direktor die Leitung des Gymnasiums.
2005: Das Jubiläumsjahr des 150-jährigen Bestehens des Kollegiums Kalksburg wird am 8. Dezember 2005 eröffnet.
2006: Neben vielen kulturellen Highlights (Theater, Konzerte, Ausstellung "OMNIA AD MAIOREM DEI GLORIAM ", uvm...) wird das Jubiläum am 23. Juni in einem großen Festakt begangen. Am 8. Dezember klingt das Jubeljahr mit einem Pontifikalamt mit Erzbischof Dr. Christoph Kardinal Schönborn OP als Zelebrant aus.
2008: Am 11. März besucht Kurt von Schuschnigg als Zeitzeuge seine ehemalige Schule und präsentiert sein Buch:“ Der lange Weg nach Hause“.
2013: Die Jesuiten feiern das 450 – Jahr – Jubiläum ihres Bestehens in Österreich; Visite des Pater General P. Adolfo Nicolas am Kollegium Kalksburg
2013: Der neue Mehrzwecksaal wird am 27. September um 12 Uhr feierlich eingeweiht.

    

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